Zermatschte Schweinskopfsülze nach Hausmacher Art

Wenn es um viehischst groovigen Brutal Death Metal geht, dann sind PIGHEAD ein unbedingter Anspieltipp und damit auch für uns ein Muss gewesen, den Vierer zu unserem Zwei-Tages-Massaker einzuladen. Die Hörproben zum neuen Album versprechen zudem, dass die Öffnungen zum Empfang akustischer Signale sehr geweitet werden müssen, so dick kommt der Sound des Quartetts daher. Um einen kurzen Einblick in das Wirken der Veganer unter dem appetitlichen Metzgernamen zu geben, unterhielt ich mich mit Onkel Hotte, was wiederum ein Code-Name für Denny, den einzig ausgebildeten U(h)rheber der Brutalos ist.

MM: Hotte, seit 2007 aktiv bist du in der Band das einzig verbliebene Gründungsmitglied; heißt das, du gibst den Ton an und alles tanzt nach deinen Lauten?

Hotte: Hahaha, das hört sich schon ziemlich hart an! Aber ja, man kann schon sagen, dass ich die Marschrichtung vorgebe. Musikalisch bringen sich aber alle mit ein.

MM: Hart, aber dafür schmerzlich, heißt es doch so schön. Zumindest steht nach all den Jahren das dritte Album „Until All Flesh Decays“ nun endlich in den Startlöchern und wird meines Wissens nach Anfang November veröffentlicht. Habt Ihr denn vorab schon ein paar Kopien da? Was gibt es für unsere Besucher denn angesichts der Veröffentlichung zu hören?

Hotte: Das Album kommt am 03.11.2016 über Rising Nemesis Records raus. Ich denke, erst zu dem Zeitpunkt werden wir auch die physischen Kopien bei uns haben. Live haben wir schon die Hälfte des neuen Albums in das Set integriert. Natürlich spielen wir aber auch „Klassiker“.

MM: Das wird Brutalo-Fanatikern sicher einen oder sogar zwei Freudentopfen entlocken. Was verspricht denn aber ein PIGHEAD-Set sonst noch?

Hotte: Tanzbare Songs, die sowohl Eingängigkeit, Groove und etwas Technik miteinander vereinen sollen. Außerdem ist unser neuer Sänger ne ziemliche Rampensau!

MM: PIGHEAD sind ja nun mehr oder weniger eine Berliner Angelegenheit, obwohl deine Zelte woanders stehen. Die einzelnen Mitglieder sind auch recht aktiv in verschiedenen Bands und im Untergrund; das BERLIN DEATHFEST ist nur eines der Resultate daraus. Wie funktioniert die Szene in Berlin?

Hotte: Ja, früher waren wir ne rein Berliner Band. Mittlerweile sind wir alle aber weit verstreut. Clemens (Bass) wohnt in Leipzig, Phil (Gesang) in Mannheim, Conor (Drums) in Berlin und ich in Karlsruhe. Zur Berliner Szene kann ich daher nur wenig sagen, da ich nur noch sehr selten dort unterwegs bin. Im Grunde genommen ist es aber nicht sehr viel anders als in anderen Städten auch: Leute, die Bock auf Mucke haben, versuchen, zusammen im Underground was zu starten. Aus so einer mehr oder weniger Schnapsidee ist das BERLIN DEATHFEST ja auch entstanden.

MM: Was ja hoffentlich auch läuft. Was erwartet Ihr aber, wenn Ihr in die Tiefen der ostsächsischen Provinz abtaucht, um auf einem Festival namens MORBVS MAXIMVS zu zocken? Mit der ein oder anderen Band habt Ihr ja auch schon Freundschaftsbänder getauscht.

Hotte: Wir gehen da eigentlich ziemlich unvoreingenommen ran. In erster Linie wollen wir Spaß haben und den Leuten ne gute Show bieten. Alles andere ist Bonus. Und ja, ich muss schon zugeben, dass ich mich ziemlich freue, wieder mit KATALEPSY und IMPLORE die Bühne teilen zu dürfen. Sind echt dufte Jungs und reißen musikalisch ziemlich ab!

MM: Das wird mit Sicherheit passieren. Auch der Rest der Belegung weiß, Ohren in fiepende Krater zu verwandeln.

Karsten Richter