Mysteriöses in Schwarz-Weiß

In Leipzig geht zur Zeit so einiges, gerade der Untergrund für derben Metal brodelt. Das in diesem Kontext an einigen Stellen bereits gezielt auftauchende Kürzel I I bietet beim Genuss der Hörproben wütend und polternd rasenden Black/ Death Metal mit Endachtziger/ Frühneunziger Prägung. Dennoch wurden weiterführende Recherchen nur mit mäßigen Informationen belohnt: Unter anderem, dass I I via INTO ENDLESS CHAOS, einem Leipziger Untergrund-Label, auf dem auch so illustre Gesellen wie VIDARGÄNGR, CNTMPT und auch ANTLERS bereits veröffentlichten, ihr Material zugänglich machten.

Um der Frage, was denn bitte I I ist, nachzugehen, war es notwendig, die Band, die sich dahinter auftat, für unser Festival zu verpflichten. Scheinbar war das genau die Taktik, die den Datenstrom so richtig in Wallung brachte.

In Vorbereitung auf das Live-Erlebnis im Eastclub konnte ich A., der bei I I Gitarren- und Brüll-Funktion inne hat, davon überzeugen, ein paar Informationen zur Band blicken zu lassen.

MM: Welche Intention steckt hinter I I?

A: Es geht uns vor allem darum, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Dabei steht weniger technischer Anspruch im Vordergrund, als vielmehr Brutalität und Härte.

MM: Aus dem Leipziger Untergrund entstiegen, werkeln alle Mitglieder in den verschiedensten Kapellen herum, so sind auch halb ANTLERS bei I I am Start. Funktioniert eine Band bei so vielen Nebentätigkeiten? Wo liegen die Prämissen?

A: Drei unserer Mitglieder sind außerdem noch bei CNTMPT und BLOODY VENGEANCE aktiv. Da wir uns einen Proberaum sowie Equipment teilen und wir alle unseren Fokus auf die Musik legen, funktionieren alle Bands sehr gut.

MM: Trotzdem die Gründung nun doch schon ein paar Stunden zurück liegt, sind I I eine eher auswurfarme Band: Bislang erschien nebst einer 2014er EP bislang … nichts. Wird sich daran etwas ändern? Welche Bedeutung haben Veröffentlichungen?

A: Nach der Veröffentlichung von „Omnivorous Void“ haben wir uns vor allem darauf konzentriert, viel live zu spielen. Momentan arbeiten wir an einer Split mit LIHHAMON aus Leipzig, die bereits aufgenommen und nur noch bearbeitet werden muss. Neben den Proben für kommende Auftritte arbeiten wir schon an neuem Material für das erste vollwertige Album. Veröffentlichungen sind uns natürlich wichtig, da wir unsere Musik so der Hörerschaft präsentieren und dort Dinge umsetzen können, die live so vielleicht nicht möglich sind.

MM: Was ist denn live für euch möglich? Was kann man von einer I I-Show erwarten?

A: Bei Aufnahmen hat man generell mehr Möglichkeiten, was beispielsweise die Gitarren angeht. Live haben wir unsere zwei Gitarren. Auf den (neuen) Aufnahmen hört man jedoch teilweise auch mal drei oder vier Gitarren gleichzeitig. Bei Auftritten sind wir eher puristisch. Zwei Gitarren, zwei Gesänge, Schlagzeug und Bass. Zudem nutzen wir auf der Bühne verschiedene Deko-Elemente wie Backdrops oder Banner.

MM: Ebenso wie in der musikalischen Ausrichtung verfolgen I I eine sehr eigene und an Endachtziger Untergrundbewegungen angelehnte Ästhetik, die dem Ganzen auch eine eher mysteriöse Aura verleiht. Welchen Stellenwert haben visuelle Aspekte bei I I? Und wer zeichnet sich für die gestalterischen Angelegenheiten verantwortlich? Euer Logo entstammt immerhin dem Herrn von Falkenstein.

A: Visuelle Aspekte sind unserer Meinung nach wichtig, um die Musik und das, was sie darstellt, verkörpern zu können. Die Gestaltung der bisherigen Veröffentlichungen habe ich selbst übernommen. Es handelt sich sowohl beim Tape- als auch beim CD-Rerelease um handgefertigte Collagen.

MM: Wird dem Kürzel I I eigentlich eine konkrete Bedeutung beigemessen?

A: Was I I bedeutet, ist eher zweitrangig, das haben wir mal in einem DEAF FOREVER-Interview erwähnt und jetzt hängt uns das ständig hinterher. Wir bevorzugen es, einfach als I I bekannt zu bleiben.

MM: Welche Erwartungshaltung hegen denn I I gegenüber einem Festival unter dem Namen MORBVS MAXIMVS? Und da es nicht so einfach ist, Euer Material als physischen Tonträger zu beziehen, habt Ihr denn bei Eurem Halt bei uns auch was davon auf Tasche?

A: Das Festival scheint sehr gut organisiert zu sein; von daher erwarten wir ein gutes Konzertwochenende. Vom Namen her würde ich vermuten, dass Ihr versucht morbide Musik verschiedenster Art unter Eurem Banner zu versammeln. Dem Line-Up zufolge habt Ihr das auch ganz gut geschafft.
Unsere Tonträger sind eigentlich, ebenso wie unser Merch, recht leicht über unsere Bandcamp-Seite erhältlich (https://iievoke.bandcamp.com). Natürlich werden wir alle noch erhältlichen Dinge zum Festival mitbringen.

MM: Dann stecken wir uns auch unser Taschengeld ein.

Karsten Richter