B.M.I. 2014 – Idee zum Projekt

Ein Marktplatz symbolisiert das öffentliche Bewusstsein einer Gemeinschaft. Er ist der Ort, an dem sich die Gemeinschaft trifft, austauscht und kommuniziert. Der Marktplatz von Bischofswerda zeichnet sich durch eine einheitliche Bebauung aus, die der Dresdner Architekt Gottlieb Thomas Thormeyer im klassizistischen Stil nach dem Großen Stadtbrand 1813 errichtete. 2007 erfolgte die Umgestaltung und vollständige Sanierung. Heute beleben der wöchentliche Markttag sowie die jährlich stattfindenden Schiebocker Tage und der Tag des Hinterhofs den innerstädtischen Raum.

Altmarkt-Aufmacherbild

Die geschlossene Stadtstruktur mit zahlreichen Läden- und Gaststättenräumen allerdings verwaiste zunehmend mit dem Bau von großflächigen Konsumoptionen außerhalb des eigentlichen Stadtzentrums. Bemühungen zur Wiederbelebung des Stadtinneren existierten und führten zu zahlreichen Debatten, deren Ergebnisse bisher keine reale Umsetzung fanden.

Somit zeigt sich in Bischofswerda das, was Kleinstädte zwischen Großstadt und Dorf landesweit spüren: Attraktive Räume stehen leer und das Gefühl eines »Luxus der Leere« mag sich angesichts eines dauerhaften leeren, öffentlichen Platzes – wie eines Marktplatzes – nicht einstellen.

Wie kann sich dieser Zustand ändern? Wie kann produktiv mit Leerstand umgegangen werden? Wie entsteht bürgerschaftliches Engagement? Wie agieren Städte ähnlichen Formats und Größe? Welche Initiativen existier(t)en in Bischofswerda, um Neues zu schaffen? Welche Erinnerungen sind vom einstigen Leben auf dem Marktplatz noch vorhanden? Wie kann der öffentliche Raum heute genutzt werden?